Zusatzversicherung: Ergänzung zur Grundversicherung

Mit einer Zusatzversicherung übernehmen Krankenkasse Leistungen die nicht in ihrem Leistungskatalog verankert sind. Das können beispielsweise Brillen oder eine Zahnbehandlung sein
Checkliste für Zusatzversicherung in der Schweiz

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Normalerweise übernimmt die Krankenkasse die Kosten die eine medizinische Grundversorgung mit sich bringt. Man nennt so eine Zusatzversicherung auch einen Krankenpflege-Zusatz. Mit einer Zusatzversicherung erhält der Versicherungsnehmer einige Zusatzleistung als Paket oder einzeln. Das sind etwa kassenpflichtige Medikamente. Hilfsmittel, Transport- und Rettungskosten, Psychotherapie.

Ein Tipp: Manchmal kommt es vor, dass aus Kulanzgründen Leistungen gezahlt werden, die eigentlich nicht in der Leistungs-Übersicht erwähnt sind. Hier gilt es nachzufragen.

Die richtige Zusatzversicherung

Eine Krankenzusatzversicherung in der Schweiz teilt sich in zwei Kategorien. Versicherer bieten ambulante Zusatzversicherungen in der Version an, dass zusätzliche Beiträge an Abos für die Fitness und eine Hauspflege übernommen werden. In den verschiedenen Kategorien sind mehrere Varianten aufgelistet.

Generell jedoch muss beachtet werden, dass nicht jeder Schweizer Bürger eine Zusatzversicherung abschließen kann. Die normale Grundversicherung gilt für jeden Bürger, aber Zusatzversicherungen können Krankenkassen ablehnen.

Einer der Gründe für die Ablehnung einer Zusatzversicherung ist beispielsweise der Gesundheitszustand oder das Alter des Antragstellers. Eine Krankenkasse kann auch Prämienzahlungen nicht nur pro Region veranschlagen, sondern sie können eigene Prämien für einen Versicherungsnehmer bestimmen. Das orientiert sich am Geschlecht und auch am Lebensstil.

Empfehlung: Weitere Informationen und einen Vergleich zur Zusatzversicherung finden Sie unter: http://www.oeffentliche-krankenkasse.ch/zusatzversicherung-vergleich/

Vielzahl der Zusatzversicherungen

Der Leistungskatalog der Krankenkassen, hat besondere Zusatzversicherungen für z.B. die Leistung einer Brille und Kontaktlinsen. Es gibt auch Versicherungspakete, in denen verschiedene Bereiche gebündelt werden. Sie können dann nach dem Bausteinsystem zusammengestellt werden. In einem Paket können beispielsweise Vorsorge, Impfungen, Entspannungskurse usw. beinhaltet sein. In einem anderen Paket hingegen besteht nur der Versicherungsschutz für Auslandsreisen. Die Krankenkasse wird in so einem Fall die Transport- und Rettungskosten nach einem Unfall übernehmen.

Zusatzversicherung Vergleich ist wichtig

Wer sich entschließt eine Zusatzversicherung abzuschließen, erhält eine Versicherung ganz nach Maß. Man sollte in den verschiedenen Bereichen unbedingt die Leistungen vergleichen. Was beispielsweise eine Zusatzversicherung für Zahnbehandlung ist, kann bei einem Versicherungsanbieter alle Therapien inkl. Kieferchirurgie übernommen werden. Ein anderer Anbieter hingegen übernimmt vielleicht nur den Zahnersatz bis zu einem bestimmten Betrag.

Bevor man eine Zusatzversicherung abschließt, sollten vorher Informationen eingeholt werden.

4 von 5 Schweizern mit Zusatzversicherung
Einer Studie zufolge entscheiden sich vier von fünf Schweizern für eine freiwillige Zusatzversicherung zu der Grundversicherung.
Auch wichtig: Wer bereits eine Zusatzversicherung hat und möchte zu einem anderen Anbieter wechseln, der kann dies bis zum 30. September eines Jahres tun. Die meisten Krankenkassen haben eine Vertragsdauer für Zusatzversicherungen von einem Jahr. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate.

Noch ein Tipp: Die Zusatzversicherung muss nicht zwingend bei der eigenen Krankenkasse abgeschlossen werden. Wenn der Versicherer aber einen Kombinationsrabatt gewährt, so kann es lohnen die Zusatzversicherung beim Anbieter, der auch die Grundversicherung inne hat, zu beantragen.

Betrachtet man sich Versicherungsnehmer die noch jung sind oder Familie haben, gesundheitsbewusst leben und eventuell sehr reiselustig sind, dann wird großen Wert auf Vorsorgeuntersuchungen gelegt. Beispielsweise die Spitalkosten, die im Ausland anfallen können. Optimale Leistungen bietet die Helsana in einem Tarif für 27,30 Franken pro Monat an. Eine gute Alternative ist auch die Visana Zusatzversicherung ambulant, die mit 50 Franken pro Jahr günstiger ist. Wer allerdings schon rechtzeitig Zahnkorrekturen für sein Kind haben möchte, den ist Concordia & Divers mit 3 Franken im Monat dabei. Dieses Paket gibt es auch mit Brillen-Kontaktlinsen, Transport und Rettung im In- und Ausland. Mit der Basisvariante ist der Versicherungsnehmer schon mit etwa 80 CF für ein Jahr dabei. Ein älterer Mensch, der ein Alter von etwa 60 Jahren hat, möchte sich absichern für Medikamente, Erholungskuren oder medizinische Hilfsmittel. Günstig ist da Concordia Diversa mit gut 192 Franken im Jahr.

Die Spitalzusatzversicherung

Spitalzusatzversicherungen übernehmen Kosten von stationären Therapien und Behandlungen. Es stehen verschiedene Modelle bereit. Seit es die neue Spitalfinanzierung gibt, werden auch außerkantonale Spitalaufenthalte von der Grundversicherung übernommen. Aber abzüglich der Kostenbeteiligung, wenn das Spital auf einer Liste vermerkt ist und sich die Kosten nicht höher ansiedeln, als im Wohnkanton.

Wenn die festgelegte Fallpauschale höher als im Wohnkanton ist, wird der Patient die Kosten zahlen müssen, außer er hat eine Zusatzversicherung. Gerade für die Bewohner von Kantonen die hohe Spitalkosten haben und sich außerkantonal behandeln lassen, ist eine Zusatzversicherung schon ein Muss.
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Bei den sogenannten Spitalzusatzversicherungen gibt es große Unterschiede in den Prämien. Anders als es in der Grundversicherung ist, muss die Krankenkasse einen Patienten nicht unbedingt aufnehmen.

Bei dieser Art von Versicherung gibt es Zusatzversicherungen privat und halbprivat. So kann eine Abteilung gewählt werden und das erst vor dem Spitaleintritt. Damit man nicht die teuren Tarife wählt, sollte ein Zusatzversicherungs-Vergleich vorgenommen werden. Bei der Spitalzusatzversicherung gibt es keinen einheitlichen Spitaltarif, den man für alle Kantone nutzen kann. So kann es durchaus sein, dass eine Operation in einem Kanton wesentlich teurer ist als in einem anderen Kanton. Diese Mehrkosten trägt allein der Versicherungsnehmer. Die Spitalzusatzversicherung aber deckt diese Mehrkosten ab.

Wenn eine Behandlung außerhalb des Wohnkantons erforderlich ist, beispielsweise bei einem Notfall oder es können gewisse Eingriffe nicht in diesem Wohnkanton vorgenommen werden, werden die Kosten, ohne Zusatzversicherung, von der Krankenkasse übernommen. Bei der Helsana kostet beispielsweise die Monatsprämie CHF 27,30, der Versicherte muss aber dafür 35 % der Kosten selbst zahlen (maximal bis 3000 Franken). Bei Sanitas werden nur 9 Franken fällig und ein Selbstbehalt von 25 %, maximal 10.000 Franken. Bei dem Modell der Hotelversicherung, erkauft sich der Versicherungsnehmer ein 1- oder 2-Bettzimmer. Er wird dann nur von Ärzten aus der Allgemeinabteilung behandelt. Diesen Verzicht auf die freie Arztwahl belohnen die Kassen. So spart man im gegenüber zur halbprivaten Spitalversicherung bis 70 % der Prämie.

Modelle bei der Spitalzusatzversicherung

  • Die freie Spitalwahl: Im Januar 2012 ist die freie Spitalwahl in der Grundversicherung mit einer Fallpauschale aufgebaut worden. Allerdings haben die Pauschalen nicht überall den gleichen Wert. Wer sich in einem Spital behandeln lässt und dieses Spital steht nicht in der Spitalliste des Wohnkantons, so kann die Pauschale höher sein. Die Differenz muss dann vom Versicherungsnehmer selbst bezahlt werden.
  • Halbprivate Versicherung: Bei dieser Zusatzversicherung werden eine Chefarzt-Behandlung und ein Zweibett-Zimmer gezahlt. Allerdings ist ein Zweibett-Zimmer nicht immer garantiert. Sollten alle Zweibett-Zimmer belegt sein, so muss der Patient auf ein Mehrbett-Zimmer ausweichen. Hier sind Optionen, dass einige Versicherungen sich mit Optionen erweitern, beispielsweise um verordnete Kuren, Spitexleistungen oder Haushaltshilfen.
  • Privat-Versicherung: Bei dieser Form der Versicherung wird dem Versicherungsnehmer zur halbprivaten Deckung ein Einzelzimmer genehmigen. Aber auch hier gibt es keine Gewährt auf ein Einzelzimmer.
    Flexibler Spitalzusatz: Die sogenannten Flex-Modelle sind eine Variante der Spitalversicherung. Bei Spitalantritt kann gewählt werden zwischen allgemeiner Abteilung, privater oder halbprivater, wobei letztgenannte mit Chefarzt-Behandlung ist. Die Prämien sind deutlich niedriger, aber der Selbstbehalt ist höher und zwar werden zwischen 20 % und 50 % veranschlagt. Dann kann der Selbstbehalt schon einmal einiges Tausend Franken betragen. Hier folgen einige Anbieter: CSS, Helsana, ÖKK, Atuori, EGK. Der flexible Spitalzusatz hat je nach Kasse einen hohen Selbstbehalt. Das ist ein Manko bei dieser Versicherung.
  • Hotel-Versicherung: Bei den Hotelliere-Modellen steht ein 1-oder 2-Bettzimmer ohne freie Arztwahl zur Verfügung. Allerdings geht der Trend dahin, dass immer weniger Krankenkassen diese Versicherung anbieten. Der Grund ist darin zu suchen, dass sich viele Spitäler Ein- und Zweibett-Zimmer für private und halbprivate Abteilungen reservieren. Das ist für das Spital deutlich lukrativer. Bevor man sich für eine Spitalzusatzversicherung entscheidet, sollte beachtet werden, dass einige Versicherungsmodelle die Spitalwahl auf kasseneigenen Listen eingeschränkt haben. Die haben dann günstige Prämien. Bei den Zusatzversicherungen haben die Krankenkassen die Möglichkeit Prämien risikogerecht zu staffeln. D.h. nach Alter und Geschlecht, zudem dürfen Vorbehalte eingebracht werden.