Krankenkassen in der Schweiz

Jede in der Schweiz lebende Person muss sich versichern. Spätestens drei Monate nach Ankunft ist eine Versicherung vorzuweisen. Dabei kann jeder frei wählen, bei welcher Krankenkasse er die obligatorische Krankenversicherung abschließt. Neben der Grundversicherung gibt es dabei je nach Anbieter spezifische Unterschiede. Diese beziehen sich nicht nur auf die Beitragshöhen, sondern auch auf einzelne Leistungen. Der folgende Überblick vermittelt wesentliche Fakten.

Grundversicherung für alle: Schweizer Krankenversicherungsgesetz

Als Basisangebot bieten alle Schweizer Krankenkassen eine Grundversicherung an. Diese umfasst grundlegende Leistungen Krankheit und Unfall. Zudem trägt diese auch die wichtigsten Positionen bei einer Mutterschaft. Bei Unfällen sind alle Schweizer Krankenversicherungen allerdings nur zur Übernahme verpflichtet, wenn keine zusätzliche Unfallversicherung besteht. Diese kann im Einzelfall obligatorisch, beziehungsweise als freiwillige Versicherung abgeschlossen sein. Beispielsweise sind alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in dieser pflichtversichert, wenn sie in einem festen Arbeitsverhältnis stehen und wöchentlich mehr als acht Stunden tätig sind.

Jedoch müssen alle Leistungen der Grundversicherung (obligatorische Krankenversicherung) bei allen Versicherungsanbietern identisch sein. Dies ist per Krankenversicherungsgesetz (KVG) gesetzlich geregelt.
Dabei sind Leistungsnehmer gut beraten, einen genauen Blick auf die jeweiligen, geforderten Prämien zu werfen. Diese variieren je nach gewählter Krankenkasse sehr start.

Darüber hinaus kann eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden. Diese deckt viele Leistungen, welche über die Grundversorgung hinaus gehen. Im Rahmen der Grundversicherung sind alle Leistungen enthalten, welche im Wohnkanton des jeweiligen Versicherten erbracht werden. Dabei deckt die Grundversorgung all jene Leistungen, welche im Rahmen von Notfällen oder aus medizinisch notwendigen Gründen ausserhalb des Kantons erbracht werden müssen. Hierzu zählen beispielsweise Organtransplantationen oder andere komplexe, medizinische Eingriffe.

Flexible Modelle der Grundversicherung

Es gibt vier verschiedene Versicherungsmodelle. Versicherte können beispielsweise wählen, ob ein ordentlicher Franchise oder ein wählbarer Franchise gewünscht ist. Beim Franchise handel es sich um einen jährlichen Betrag, den die Versicherten selbst tragen müssen.

Es gilt:
Um so höher dieser ist, desto niedriger ist die monatliche zu entrichtende Prämie.

Alternativ gibt es das HMO Modell. Hier vereinen sich verschiedene Ärzte, darunter auch Spezialisten in einer Gruppenpraxis. Das HMO Zentrum (Health Maintenance Organization) dient dabei im Regelfall als erste Anlaufstelle für Versicherte, es sei denn, ein Notfall liegt vor. Ein Allgemeinarzt der HMO Praxis überweist dann bei Bedarf an einen Spezialisten.

Das Hausarztmodell bietet die Möglichkeit, bei allen Anliegen zuerst den Hausarzt der Wahl zu konsultieren. Dieser fungiert dann bei allen medizinischen Angelegenheiten als Koordinator. Je nach Bedarf überweist dieser Patienten an Versicherte. Natürlich sind auch Notfälle hiervon ausgeschlossen und ein anderer Arzt kann aufgesucht werden.

Alternativ dazu gibt es das Modell einer vorgängigen telefonischen Beratung. Hier erfolgt die ärztliche Konsultation meist telefonisch. Zahlreiche Anbieter involvieren dieses Modell bereits in ihr Angebot. Versicherte sparen hier beispielsweise auch Prämien.

Darüber hinaus können einige Versicherte von einer Bonus Versicherung profitieren. Sie bekommen jährlich Teilbeträge der Prämien erstattet, wenn sie sich keine Leistungen vergüten lassen.

Krankenkassen im Vergleich

Bis heute haben sich circa 90 anerkannte Krankenkassen in der Schweiz etabliert. Diese werden vom Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) konstant überwacht. Weitere Informationen zu den Krankenkassen finden Sie auch unter http://www.oeffentliche-krankenkasse.ch/krankenkassenvergleich/

Die besten Krankenkassen in der Schweiz:

  • Aquilana
  • Agrisano
  • Swica
  • KPT / CPT
  • Progrès
  • Sanitas
  • Sansan
  • Atupri
  • Avanex
  • Helsana
  • Intras
  • ÖKK
  • Visana

Versicherungsnehmer können jedoch nicht beliebig den Anbieter der benötigten Grundversicherung wechseln. Diese ist ausschließlich zum Ende eines jeden Kalenderjahres (31. Dezember) möglich. Zu diesem Zweck ist die Kündigung bis zum 30. November, beziehungsweise bis zum letzten Arbeitstag des Monats bei der bisherigen Versicherung einzureichen. Versicherte mit der günstigsten Grundversicherung könne zudem jeweils zum 30. Juni wechseln. In diesem Fall ist die Kündigung bis zum 31. Mai einzureichen. Versicherungsnehmer haben den Vorteil, diese Frist jedes Jahr wieder nutzen zu können. Es muss keine Prämienänderung als Begründung vorliegen.

Kosten der Grundversicherung

Die Prämien einzelner Krankenkassen richtet sich im Rahmen der Grundversicherung nach Alter und Wohnort der Versicherten. Dabei gilt zu unterstreichen, dass die zwei verschiedenen Arten von Zusatzversicherung: Ambulante und Spital-Zusatzversicherung auf einer anderen Berechnungsgrundlage beruht. Ab dem 18. Lebensjahr ist ein monatlicher Beitrag in Höhe von circa 330 bis 500 Franken zu entrichten. Diese Beiträge variieren je nach Krankenversicherung. Zudem sind sie abhängig von der Höhe dem gewählten Franchise (300 bis 2.500 Franken). Kinder sind ohne zusätzliche Kosten mitversichert.

Aktuelle Entwicklung der Krankenkassenprämien

Laut offiziellen Angaben ist mit einer jährlichen Prämienerhöhung von mindesten 4 % zu rechnen. In Einzelfällen kann ein Anstieg von bis zu 20 % folgen, während Krankenversicherung einzelner Kantone keine Erhöhungen planen, da bis dato grundsätzlich zu hohe Prämien für die Grundversicherung entrichtet wurden sind. Prognosen orientieren sich dabei am stetigen Anstieg der Kosten regulärer Leistungen als auch der Regulierungsbürokratie von spezifischen Wahlprämien innerhalb des Schweizer Systems.

Schlussendlich gilt zu bedenken, dass nicht jedes Modell oder alle Krankenversicherungen für den Einzelfall geeignet sind. Bei der Wahl der persönlichen Krankenversicherung sollte stets eine genaue Situationsanalyse vorausgehen. Hier spielt nicht nur das Alter und die Anzahl der mitversicherten Kinder eine Rolle. Vielmehr steht die eigene Krankheitsgeschichte im Mittelpunkt. So sind günstige Angebote teils nachteilig in Bezug auf die selbst zu entrichtenden Kosten bei Aufenthalten in Spitals, Einnahme von Medikamenten oder die Konsultation von Spezialisten.

Weitere Quellen:

https://www.ch.ch/de/krankenkasse/
http://www.comparis.de/krankenversicherung.htm
http://www.priminfo.ch/praemien/praemien_dat/CH.pdf